Ideen und Beiträge im Bereich Sozial- und Entwicklungspolitik & Anderes
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Grundsatzfragen

Thema ist „Globalisierung und Gerechtigkeit“. Inwieweit haben die Globalisierung und die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hinzu Internationalisierung und Finanzialisierung sowohl auf politischer als auch auf privatwirtschaftlicher und unternehmerischer Ebene die soziale Gerechtigkeit und die globale Armut beeinflusst. Dies wird exemplarisch an zwei wichtigen Themenfeldern dargestellt, nämlich einmal an der Einkommensentwicklung und einmal am Bereich der Umweltpolitik.

Grundsätzlich und einführend sollte gesagt werden, dass die Globalisierung sowohl durch Vor- als auch Nachteile gekennzeichnet ist. So sind als individuelle Vorteile sicher die leichtere Kommunikation über größere Distanzen und das reichhaltigere Güter- und Dienstleistungsangebot zu nennen. Dieser letzte Punkt wird natürlich vor allem durch eine verstärkte internationale Kooperation auf unternehmerischer und privatwirtschaftlicher Ebene und den Zugang zu vermehrten Produktionsstoffen möglich. Die intensivere internationale Kooperation nach Ende des Zweiten Weltkrieges und des Kalten Krieges ist besonders auf der politischen Ebene sichtbar.

Allerdings muss man dabei auch die Nachteile dieser Entwicklung betrachten, wie beispielsweise die Umweltbelastung als Folge der größeren Transportwege, die vor allem in ohnehin schon klimatisch extremen Ländern am spürbarsten ist, wie z. B. in Afrika. Ich werde im folgenden Essay versuchen einige Zusammenhänge zwischen dieser Globalisierung und der Entwicklung des sozialen Standards der einkommensschwachen Gruppen in der Welt und der sozialen Gerechtigkeit zu erläutern. Allerdings werde ich dabei keine signifikanten Verbindungen zwischen Globalisierung und Gerechtigkeit nachweisen, sondern lediglich einige Denkansätze, Thesen und mögliche Gründe für den Zusammenhang geben ohne aber die angegebenen Gründe wissenschaftlich nachzuweisen.

Bevor ich einige Zusammenhänge zwischen Gerechtigkeit und Globalisierung erläutere, ist anzumerken und zu fragen, ob die soziale Gerechtigkeit überhaupt ein Maß ist (eine andere Frage wäre, wie man diese genau misst), um die Globalisierung auf soziale und wirtschaftliche Kennpunkt und Auswirkungen zu untersuchen. Armut und Hunger in einem Land können viele Gründe haben. Ein ausbeutendes Regime, schlicht die falsche Politik oder andere länderspezifische Gründe können die ökonomische und soziale Lage in einem Land verschlechtern, völlig unabhängig von globalisierenden Tendenzen. Dies bitte ich auf den folgenden Seiten stets zu betrachten.

 

Den ersten Punkt, den ich behandeln möchte, um den Zusammenhang zwischen Gerechtigkeit und Globalisierung zu analysieren, ist der der weltweiten Einkommensausstattung. Bereits im 18. Jahrhundert wurde das Thema der globalen Armut und Gerechtigkeit diskutiert, wie beispielsweise von Thomas Robert Malthus (1766 – 1834), der das nach ihm benannte Malthusianische Gesetz aufgestellt hatte. Der Sozialphilosoph sagte voraus, dass es zwangsläufig zu Bevölkerungs- und Hungerkrisen kommen würde. Dabei ging er davon aus, dass in einer Phase relativen Wohlstands die Bevölkerung aufgrund von steigenden Geburten- und sinkenden Sterberaten in geometrischer, die Menge an verfügbaren Nahrungsmitteln jedoch nur in linearen Wachstumsraten, steigen würde. Da das Produktivitätswachstum der Nahrungsmittelherstellung unter dem Wachstum der Bevölkerung liegen und es dadurch zu steigenden Agrarpreisen kommen würde, würde, so Malthus, der Nahrungsmittelspielraum irgendwann überschritten werden. Die Folge wären Bevölkerungskrisen, globale Konflikte und eine Phase steigender Sterbe-, aber sinkender Geburtenraten, sogenannte „positive checks".

Das Malthusianische Gesetz wurde allerdings nie Realität. Grund dafür war, dass sich die Weltbevölkerung im weiteren Zeitablauf ab Mitte des 19. Jahrhunderts nach Aufstellung dieser Theorie zwar versechsfachte, sich die Produktion von Lebensmitteln aber aufgrund von großem Produktivitätswachstum verzehnfachte. Trotzdem gibt es heutzutage an sehr vielen Orten und in sehr vielen Ländern der Welt extreme Armut, Hunger und Konflikte. So schätzt die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations), dass es in der Periode von 2006 – 2008 etwa 850 Mio. unterernährte Menschen auf der Welt gab, was 13 % der Weltbevölkerung ausmacht (FAO Statistical Yearbook 2012, World Food and Agriculture, Rom 2012, S. 88).

Ich habe die Malthusianische Theorie und ihrer falschen Voraussage hier als Beispiel verwendet, um zu verdeutlichen, dass die heutige globale Armut nicht aufgrund von zu geringem Essensangebot entstand und entsteht, dies sondern vielmehr ein Verteilungsproblem ist. Dieser Umstand wird oftmals auch in der derzeitigen Diskussion um die Rohstoff- und Agrarpreisspekulation erwähnt. Deswegen ist es interessant zu fragen, warum das Problem von Armut und Hunger heute immer noch besteht, obwohl infolge der Globalisierung und des stetigen  Produktivitätswachstum es doch zu sinkenden Transportkosten und einem reichhaltigeren Essensangebot kam.

Gerade wenn man sich den Zusammenhang zwischen zunehmender Globalisierung und internationalem Handel betrachtet, wird dieses Verteilungsproblem erneut deutlich. So ist augenscheinlich, dass durch immer intensiveren Handel auf internationaler Ebene es Wohlfahrtseffekte gibt (z. B. durch größere Produktvielfalt und größeres Angebot und geringere Preise), was ja ebenso ein Kennpunkt der Globalisierung ist. Allerdings spielt auch hier wieder das Verteilungsproblem die große Rolle. Es gibt im internationalen Handel sowohl Gewinner als auch Verlierer. Auch durch den wirtschaftlichen Wettbewerb zwischen verschiedenen Ländern und drückenden Löhnen (beispielsweise in der Textilindustrie in Asien) bleibt Armut bestehen auf der Welt.

 

Die Frage, die sich hier stellt, nachdem wir gesehen haben, dass das Problem des mangelnden Einkommens für einige Bevölkerungsgruppen im Verteilungsproblem begründet liegt, ist diejenige, ob hier Markt- oder Staatsversagen oder beides vorliegt. Der Markt ist das freiwirtschaftliche Allokationssystem, das einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage herstellt. Offensichtlich berücksichtigt dieses keine moralischen Werte und somit beispielsweise nicht die Höhe eines existenziellen Mindesteinkommens, welches für einen anständigen Lebensunterhalt notwendig wäre. Man kann also von Marktversagen sprechen. Die wichtige Frage ist allerdings, ob man an dieser Stelle von Staatsversagen sprechen kann. Auf der einen Seite gibt es internationale Kooperationen mit dem Ziel z. B. die Armut in Entwicklungsländern einzudämmen. Auf der anderen Seite müsste man empirisch überprüfen, wie sich der internationale Wirtschaftswettbewerb zwischen verschiedenen Unternehmen auf internationale Eben auf Löhne oder beispielsweise auch die Gestaltung von Sozialversicherungssystemen auswirkt. Diese Forschungsfragen müssten empirisch untersucht werden und vielschichtiger aufgebaut sein, als ich es an dieser Stelle getan habe. In diesem relativ kurzen Bewerbungsessay wollte ich dieses Problemfeld lediglich einführend erläutern.

Der zweiten Punkt, den ich an dieser Stelle behandeln möchte, ist der Bereich der Umweltpolitik. In meiner Einführung auf Seite eins habe ich als Vorteil und positiven Punkt der Globalisierung die verstärkte politische Absprache und Organisation angeführt. Dieser Prozess erfuhr besonders nach Ende des Zweiten Weltkriegs einen extremen Schub. Heutzutage ist man auf politischer Ebene motiviert Konflikte oftmals mit anderen Ländern zu lösen. In Kontinentaleuropa ist dies natürlich exemplarisch durch die Europäische Union und den darauf folgendem Wegfall von Binnenzöllen, um eine Maßnahme dieser Zusammenarbeit zu nennen, der Fall und durch die Etablierung der Europäischen Währungsunion wurde dieser Prozess intensiviert. Auch auf globaler Ebene versucht man durch die Organisation der Vereinigten Staaten und der G-20-Treffen, wie es vor Kurzen in Mexiko geschah, internationale Probleme zu lösen. Die Frage hierbei ist jedoch, inwiefern dies die soziale Gerechtigkeit beeinflusst.
 
Es besteht wohl kein Zweifel darüber, dass die Umweltzerstörung unter anderem durch die Globalisierung beschleunigt wird, da der stetig wachsende Warenhandel über den ganzen Globus mit größeren Distanzen aufgrund von gesunkenen Preisen und gestiegenem Tempo des Transports zunimmt. Die Möglichkeit von größerer Produktvielfalt in relativ reichen Gesellschaften wird also durch größere Umweltbelastung in Kauf genommen. Was beim Thema des Klimawandels auffallend ist, ist das Folgende und zwar, der langwierige und schwierige politische Prozess, Verträge abzuschließen, um die zunehmende Umweltbelastung zu begrenzen. So haben beispielsweise die USA das Kyoto-Protokoll nie mit unterzeichnet und die letzten Klimagipfel verliefen aufgrund von fehlenden Zugeständnissen von China und einigen Schwellen- und Entwicklungsländern wie Brasilien und Indien äußerst ergebnislos.
 
Der erste Grund dafür ist sicherlich einmal der wirtschaftliche Wettbewerb zwischen den verschiedenen Ländern. So sind oftmals gerade Schwellenländer wie Indien, die sich in einer Phase wirtschaftlicher Expansion befinden, nicht bereit, zusätzliche politische Hindernisse durch stärkeres umweltpolitisches Engagement aufzunehmen. Der zweite Grund dürfte dann vor allem durch die Heterogenitätstheorie argumentiert sein. Diese besagt, dass Maßnahmen der (finanziellen) Umverteilung in relativ homogenen (beispielsweise im Hinblick auf ethnisch-linguistische Kennpunkte) Gesellschaften einfacher durchzusetzen sind, wie in relativ dazu heterogenen Gesellschaften. So wäre ein Länderfinanzausgleich nach deutschem System in sprachlich relativ heterogenen Staaten wie den USA oder der Schweiz nicht denkbar. Diese Theorie kann auch verwendet werden, um die Frage zu beantworten, warum es auf dem Feld der Umweltpolitik bislang keine großen Fortschritte gegeben hat. Weitere Verträge müssten von sprachlich und kulturell sehr unterschiedlichen Staaten unterzeichnet werden. Aufgrund dieser Heterogenität und den infolge weiterer Verträge folgenden wirtschaftlichen Nachteilen ist der politische Prozess in diesem Politikbereich Fortschritte zu erzielen äußerst schwierig.
Die These, dass die Umweltpolitik, ein Bereich den ich für sozial relevant halte, relativ zu ökonomischen Interessen unwichtiger in der weltpolitischen Lage zu sein scheint, wird vor allem deutlich, wenn man betrachtet, dass infolge der Finanzkrise dieser Bereich international deutlich in den Hintergrund gerückt ist. 
 
Auch in diesem Bereich stellt sich wiederum die Frage, ob Markt- oder Staatsversagen vorliegt. Offenbar scheint der Markt die großen zusätzlichen volkswirtschaftlichen Kosten der zunehmenden Umweltverschmutzung aufgrund größerer Produktion nicht hinreichend genug zu berücksichtigen. Dann müsste es folgerichtig eigentlich am Staat bzw. der Politik liegen, die richtigen ökonomischen Anreize zu setzen, sodass diese volkswirtschaftlichen Kosten genügend berücksichtigt werden. Ob dies bislang der Fall gewesen ist, müsste man sicher in einer Arbeit größeren Umfangs untersuchen.
 
Nachdem wir nun anhand einmal der Einkommensentwicklung und dann anhand der Umweltpolitik den Zusammenhang zwischen sozialer Situation und Globalisierung betrachtet haben, bleibt festzustellen, dass es auf beiden Feldern zu verstärkter internationaler Kooperation gekommen ist, was durchaus positiv zu betrachten ist. Gleichzeitig ist aber auch der Einfluss durch den verstärkten internationalen Wirtschaftswettbewerb mit in die Analyse einzubeziehen. Diese genaue ökonomische Analyse kann allerdings nur in Forschungen größeren Ausmaßes genauer betrachtet werden.


12.7.14 19:29


Zusammenhänge zwischen Investitionen in die Commodity Markets und Preisindizes von Nahrungsmitteln

http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.395640.de/dp1199.pdf

 

Ein sehr interessante Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW), welche die langfristige Gleichgewichtsbeziehung zwischen globaler Liquidität und Preisindizes von Vermögensgütern und Nahrungsmitteln herstellt:

Das Paper, dessen Fokus ursprünglich nur auf die Verbindung zwischen globaler Liquidität und Vermögensgüterpreisen angelegt war, weist darauf hin, dass das stetig steigende Spekulationsvolumen in Nahrungsmittel, welches lediglich auf Renditezielen und nicht auf realwirtschaftlicher Nachfrage basiert, die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe treibt. Somit ist diese Studie ein weiteres Gegenargument gegen die Annahme, dass Spekulationen nichts mit den steigenden Preisen für Lebensmittel zu tun haben. Offensichtlich ist gegenteiliges der Fall und die steigenden Investitionen in die Commodity und Food Markets bewirken eine stetig steigende Abkoppelung der Marktpreise für Nahrungsmitteln von deren Fundamentalwerten. Zudem ruft die Studie zu strikterer Regulierung auf. Die Autoren der Studie sind äußerst renommierte Ökonomen.

 

"Over the period that we observed, 1980-2011, food and commodity price inflation were apparently driven by monetary expansion in the world’s major economies. Our results can be seen as supporting the view of a “financialisation of commodities”, where food and commodity prices are driven to a large extend by flows of portfolio investment seeking return in commodity markets and not merely by demand from the real economy. Policymakers should take into account the negative side-effects of loose monetary policy and consider stricter regulation of food and commodity markets – such as the imposition of tighter limits on speculative positions in food commodities – to prevent a further flow of liquidity into these markets." (S. 23)

7.7.14 16:38


Conor Oberst

Da doch heute Sonntag ist und mein Blog auch Plattform anderer und etwas leichterer Themen sein soll, hier ein erster Musiktipp zur Entspannung und Ablenkung von grauen und oftmals deprimierenden Themen der Politik und der Wissenschaft.

 

Conor Oberst ist zurück. Man möchte fast sagen, Bright Eyes ist zurück.

 

 

CONOR OBERST - COMMON KNOWLEDGE

 

 http://www.youtube.com/watch?v=1-kMn5FOlR4

 

"He's my friend, but he's no friend to me
Ask him why, he'll tell you casually
Washed up, bitter, broken, busted
Backstabbed anyone he trusted
Says he sees what no one else can see
If I had half his guts I'd want it
To chase that fatalistic comet
And die young in the dark, that's poetry
But it was not to be
It was not for me

He's always sad, but I've never seen him cry
When he comes too sure, he'll apologize
Find his car, assess the damage
Still drunk but he likes a challenge
Holds onto his mind just like a kite
But a good strong wind will keep you honest
Fill you with some common knowledge
Things when we were young we never tried
Just figured we had time
With such a long life

Money clips, alligator shoes
One more dance, he's in that champagne room
Where she moves like a chocolate fountain
Pouring, spilling all around him
Makes him wonder what else she could do
How bittersweet is love's illusion
Feelings that cannot be proven
Trust me, you'll see my aim is true
I've done this all for you
I suffered long for you

So many times he's tried to play it straight
Worked and worked until his body ached
But a brand new life can lose its luster
Troubles tend to find each other
Call it luck or you can call it fate
But either way it's how it happens
Not the way that you imagined
Or just go out with a bang like Hemingway
Some will say you're brave
Some will say you ain't"

 

 

29.6.14 17:43


Begrüßung

Ich habe mittlerweile viele Professorinnen und Professoren, Dozentinnen & Dozenten in meinem Leben in Hörsälen und Seminarräumen erleben dürfen. Eine Beobachtung dabei ist deutlich: Die besten Professoren sind immer diejenigen, die in der ersten Sitzung sich nicht selbst darstellen und ihren Lebenslauf und ihre Stationen des Lebens präsentieren. Ein guter Lehrender ist am Stoff und an Wissen interessiert und ansonsten bleibt nichts relevantes. Die eigene Person darzustellen ist dabei uninteressant.

Diese sympathische Art versuche ich nun zum Beginn dieses kleinen Blogs nachzuahmen, und werde gänzlich auf eine Vorstellung meiner Person verzichten. Vielmehr soll das Thema dieser Beiträgesammlung kommuniziert werden: Es geht um Sozial- und Entwicklungspolitik. Ziel ist es, mit Vorurteilen und Falschaussagen, die von unterschiedlichen Seiten, wie beispielsweise Politikern der unterschiedlichsten Parteien und politisch motivierten Aussagen verschiedener Institute und Behörden, aufzuräumen. Dies ist das Ziel. Die Motivation ist den Entwicklungen der letzten Jahren geschuldet. Ich erkenne im Meinungsbild der deutschen Jugend und der jungen Erwachsen eine deutliche Entwicklung hin zum Umpolitischen, Fremdenhass und hin zum Konservatismus. Die Gründe dahinter und der Beweis dieser Entwicklungen wird in einem späteren Beitrag bewiesen werden. Jedoch werden auch andere Themen debattiert.

 

Ein erstes Voruteil der heutigen Generation ist, dass Deutschland immer mehr Asylbewerber annehme und in Deutschland kein Platz mehr sei. Auch Politiker, allen vor an, Hans-Peter Friedrich (CSU) vertritt diese Meinung. Tatsache ist jedoch, dass Deutschland effektiv (d. h. in Relationen zu Einwohneranzahl und Fläche) nur eine geringe Zahl an Asylbewerbern und Flüchtlingen aufnimmt. Beispiel: Im Jahr 2013 gab es in Deutschland  laut EUROSTAT im Jahr 2013 1.575 pro Tausend Einwohner. In der Europäischen Union gibt es nur 6 Staaten, die mit noch weniger Asylbewerbern zu tun haben. So begegnet das krisengebeutelte Portugal beispielsweise 50 Asylbewerbern pro Tausend Einwohnern.

Es ist hierbei ganz wichtig, dass man die Zahlen pro Tausend Einwohner betrachtet. Deutsche Politiker streiten verstärkt für ein Mitspracherecht innerhalb der Europäischen Union, welches sich an Einwohnerzahl, Fläche und Wirtschaftskraft orientiere, doch bei den Asylbewerb- und Flüchtlingszahlen wird dies nicht getan. Das ist inkosistent und trügerisch.

Ein weiteres Argument von deutsch-konservativen Wirtschaftspolitikern ist, Deutschland würde im internationalen Durchschnitt zu weich mit Asylbewerbern verfahren. Auch dieses Argument kann einfach widerlegt werden. Das deutsche Verhältnis von Asylanträgen mit positiver Entscheidung und Gesamtanzahl an Asylbewerbungen (26,42 %) liegt deutlich unter dem europäischen Durchschnitt (EU-28: 34,55 %).

Hiermit wurden somit zwei Behauptungen über die deutsche Asylpolitik und -situation widerlegt. Dies ist sehr interessant zu betrachten. Politiker versuchen ihren Stimmenanteil zu maximieren. Populistische Thesen sind dazu ein gängiges Mittel. Die interessante Frage jedoch ist, warum der Großteil der deutschen Gesellschaft ähnlicher Meinung ist. Wissen sie es nicht besser? Es kann nicht angenommen werden, dass jeder deutsche Otto-Normal-Verbraucher ein polit-ökonomischer Optimierer ist, und aufgrund monetärer Belastung, Asylbewerber ablehnen muss, so wie es Hans-Peter Friedrich beispielsweise tut. Nein, die Gründe sind vielschichtiger und auch diese Entwicklung muss unbeidngt genauer betrachtet werden.

Dies soll ein erster einführender Beitrag sein, um zu sehen, wie einfach es ist, Argumente deutscher Politiker zu widerlegen. Dies sollte ein erster Einblick in den Charakter dieses Blogs sein, keine funiderte Analyse deutscher Asylpolitik. Dies wird jedoch noch folgen.  Ich freue mich auf Meinungen und Kommentare.

Ich habe für den ersten Eintrag viele Fragen gestellt, die unbeantwortet blieben. Doch dies wird nicht so bleiben. Ganz gewiss nicht.

Bis dahin. Viel Spaß.


 

 

28.6.14 17:40


"Wahrhaftigkeit und Politik wohnen selten unter einem Dach."

 

- Stefan Zweig -

 

28.6.14 17:13





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